Die AfD wollte am Mittwochabend in Nottuln einen neuen Kreisvorstand (Coesfeld) wählen. Die Partei sagte das kurzfristig bei der Polizei ab – wohl wegen Protesten. Trotzdem zeigten sich AfD-Sympathisanten vor Ort.
Immer wieder gingen Menschen, begleitet von lauten „Nazis Raus!“-Rufen von Demonstranten in das Versammlungslokal. Ob die AfD hier doch noch tagte, war vor Ort nicht zu klären. Die Partei verweigerte ein offizielles Statement, trotz mehrfacher Anfragen vor Ort und auch im Vorfeld.
Mehr als 250 Menschen waren dem Demo-Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes und weiterer Organisationen gefolgt. Sie trafen sich nahe der Gaststätte, in der die AfD-Versammlung geplant war. Zwischenzeitlich kam es zu Wortgefechten zwischen Demonstranten und Sympathisanten der Partei.
Nottulns Bürgermeister Dietmar Thönnes beteiligte sich an der Demonstration und nutzte auch die Gelegenheit, über das Mikrofon zu den Menschen zu sprechen. Er setze sich für Demokratie und Vielfalt ein. Außerdem dulde er in seiner Gemeinde keine Ansätze von Rechtsextremismus.
Die Polizei sorgte mit einer Hundertschaft in Nottuln dafür, dass es friedlich blieb. Es habe lediglich verbale Auseinandersetzungen gegeben, so das Fazit eines Polizei-Sprechers vor Ort. Neben dem Deutschen Gewerkschaftsbund hatte auch der Bund der Antifaschisten aus Münster eine Demonstration angemeldet.


