Man muss keine Prophetenausbildung absolvieren, um vorhersagen zu können, dass bei einem Verbot des Zutritts zu den sozialen Netzwerken für Jugendliche die betroffenen Jugendlichen auf eine Plattform migrieren werden, die das Verbot nicht einhält. Ein beträchtlicher Teil der Erwachsenen wird ebenfalls nach neuen Möglichkeiten Ausschau halten, die sich wohlgemerkt als durchaus dubiös herausstellen können. Dies wird zur Folge haben, dass, um das Verbot trotzdem einzuhalten, bestimmte Netzwerke landesweit gebannt werden müssen. Später müssen auch sämtliche VPNs verboten werden. Diese Verbotspirale wird kein Ende haben, bis das Internet endgültig zerstört wird.
Die Wahrheit ist, dass ein Verbot in diesem Fall nichts anderes als vorsätzliche Sabotage ist, die keine konstruktive Wirkung impliziert. Die Lösung des Problems der feindlichen Propaganda in sozialen Netzwerken besteht nicht in den Verboten, sondern in der allgemeinen Bildung und Gegenpropaganda (!!!).
Die Unfähigkeit oder Unwilligkeit, Jugendliche ordentlich zu erziehen und Methoden zur Gegenpropaganda zu entwickeln, bzw. die Arbeit freiwilligen Gegenpropagandisten zu fördern, kann mit keinen heuchlerischen Verboten beseitigt werden. Es ist darüber hinaus zu vermuten, dass es sich in der Tat um eine vorgeschobene Unfähigkeit handelt, wobei die Sabotage und Hochverrat die eigentlichen Zielsetzungen sind.

